Angelehnt an die letzten Bahnticketpreiserhöhungen gründete einer unserer Redakteure eine neue Initiative, da er der Ansicht war, dass es zu wenige Initiativen auf der Welt gibt.
Ihn widerte es an, dass er jetzt für eine Tageskarte nach Berlin 40 Cent mehr zahlen muss, als das noch vor einem halben Jahr der Fall war – und er meinte des Weiteren, dass früher alles besser gewesen sei und er die Mauer wieder haben möchte.
Nichtsdestotrotz kann man an den Fall der Mauer nichts mehr ändern und so musste er sich an eine Gruppe radikaler Jugendlicher wenden, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als in einem Ghetto abzuhängen und dort irgendwelche Wände mit Graffiti vollzusprühen.
Er ruft zu einer Aktion auf, die gegen die Kapitalverbrechen der Bahn gerichtet sind und will somit der scheinbaren Willkür ein Ende setzen. Zahlreiche berühmte Berühmtheiten unterstützen ihn bei diesem Unterfangen, möchten aber weitestgehend anonym bleiben.
Bei dieser Aktion sollen sämtliche Hobbysprayer sich nach Herzenslust an den Wagons der Bahn austoben und ihre Meinung gegenüber diesem Privatunternehmen kundtun. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um buntes Grafitti oder sinnlose Zeichnungen handelt. Der Kreativität sollen hierbei keine Grenzen gesetzt sein.
Unser überflüssiger Kolumnist und Fotograf „Herr Chefredakteur“ beauftragte unsere Reporterin Snirleif Brundi den Fall zu untersuchen, da er zuvor an einem vorbeifahrenden Güterzug beobachten konnte, dass die Aktion fruchtete.
Der Bericht der Reporterin:
„Lang’ ist es her, seit dem ich den letzten Artikel für meine vermeintliche Lieblingszeitung geschrieben habe, doch das hält mich nicht davon ab, es wieder zu tun. Ich war wieder als rasende Reporterin unterwegs um einen Sachverhalt zu untersuchen, der von uns aus in die Welt gesetzt wurde. Eine Kampagne, die den blauen Planeten verändern soll!
Da sich mein Moped leider derzeit in der Werkstatt befindet, war ich bei meinen Untersuchungen auf die Deutsche Bahn angewiesen, da ich Busse nicht leiden kann!
Ich ahnte nichts schlimmes, als ich am ersten Tag meiner Recherchen zum Bahnhof ging und auch mal wieder der Fahrkartenautomat nicht ging – aber es passierte etwas schlimmes. Etwas bestialisches. Etwas unbeschreiblich, abgrundtief SCHRECKLICHES!
Als ich in den Zug einstieg, meine Fahrkarte überteuert beim Schaffner kaufen wollte und dabei auf meinem Mp3-Player den neusten Song von Røyksopp hörte, sah ich wie ein Mann ohne auch nur mit der Wimper zu zucken das Graffiti am Zug gegenüber entfernte.
Das löste in mir eine Kette von Reaktionen aus, die, wenn ich sie hier auflisten würde, den Rahmen sprängen könnten. Ich realisierte, dass eine Kampagne, in der man seine Meinung an die Bahn schreiben kann, einfach keinen Anklang bei Kulturbanausen finden könnte, da diese alles überstreichen müssen!
Somit wären Briefe mit Morddrohungen, trockene Schokoladenkekse oder saure Orangenmarmelade wohl effektiver um die Bahn dazu zu bewegen um die übertriebenen Preise zu senken! Und sollten die netten Herren in ihren schwarzen Anzügen diese Sachen nicht zugesandt bekommen, da irgendjemand aus der Personalabteilung das vorher aussortiert, dann ist das eben so!
Aber wir müssen etwas unternehmen, dass der Willkür ein Ende gesetzt wird!“
Das war das Wort zum Wochenende.
Präsentiert von: „Kleinkariertes Papier – wenn wir nicht spießbürgerlich sind, wer sonst?“
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1 comment
Midna says:
Okt 29, 2008
dieser artikel bekommt einen daumen hoch von mir *daumen hoch*
ich hasse die bahn, ich fahr lieber mit dem chef havelbus^^