Wenn der Milchmann 3-mal klingelt und keiner Aufmacht

„Es ist wahrscheinlich niemand da!“

- Die Tragische Geschichte von Hans-Joseph Müller

Wir von Cultdudes sind ja bekanntlichermaßen dafür bekannt, sämtliche Aspekte des Lebens anzuschneiden. Vor einigen Wochen ereilte uns eine Nachricht einer besorgten Frau, dass ihr Mann unter schwerwiegender Depressionen leide.

„Bitte kümmern sie sich um meinen armen Mann, die Arbeit macht ihn sehr zu schaffen. Er ist Milchmann und niemand will ihn die Tür aufmachen, wenn er ausliefert.“

Da wir ja nun unmöglich einen Mann im mittleren Alter in eine Pflegeanstalt stecken und dabei noch die Kosten tragen können, entschieden wir uns dazu – mit ihm zu reden. Anschließend wollen wir das dann in einen Artikel zusammenpacken, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Ganz begeistert entschied sich unsere holländische Praktikantin Ursula van dén Hasen – den Herrn Müller zu interviewen.

Ursula: Guten Tag Herr Müller, mein Name ist Ursula van dén Hasen und ich möchte mit ihnen ein Interview führen. Wie geht es ihnen?
Müller: Schlecht.
Ursula: Aha.
Müller: grml
Ursula: Wie kommen Sie denn dazu?
Müller: durch meinen Job
Ursula: Was ist denn so schlimm an den Beruf eines Milchmannes?
Müller: Alles.
Ursula: Könnten Sie bitte etwas konkreter sein? Ich muss dieses Interview noch in einem Text verfassen und da machen sich kurze Antworten schlecht.
Müller. In Ordnung. Also – ich bin jetzt schon seit 25 Jahren Mitarbeiter der „glücklichen Milchkuh“ GmbH und dort werde ich von meinen Kunden tagtäglich schlecht behandelt. Ich klingel ab und an 3 mal, nur weil niemand mit mir reden will. Meine Kollegen meinen, das sei normal, dass niemand um 2 Uhr morgens aufmacht. Aber ich nehm’ mir das wirklich zu Herzen und wenn mir dann doch mal jemand die Tür aufmacht, werde ich sofort angekeift >>WAS MIR DENN EINFÄLLT<< 3 mal zu klingeln. Langsam glaube ich, dass ich den falschen Beruf gewählt habe.
Ursula: Das klingt natürlich alles sehr tragisch und zugleich überhaupt nicht nachvollziehbar. Haben Sie einen Verdacht, woran es liegen kann, dass sie so unfreundlich behandelt werden?
Müller: Durchaus, durchaus. Ich glaube es liegt zum Teil an meinen Anzug. Wissen Sie, ich muss in meinen Beruf ein lustiges Lila-Kuh-Kostüm tragen und mit einer ulkigen Kuhglocke um den Hals die Milch austragen, das ist halt nicht jedermanns Sache. Zudem glaube ich auch, dass viele Leute meine Zahnlücke unsympathisch finden. Mein Zahnarzt meinte auch schon einmal, dass es wirklich merkwürdig sei, dass ich mit solch einer Zahnlücke noch ein Steak essen kann. Außerdem kommt noch erschwerend mit hinzu, dass ich kurzsichtig bin und mir durch meinen geringen Lohn keine Brille leisten kann. Deshalb starre ich meine Kunden immer aus 5 Zentimeter Entfernung ins Gesicht. Ich glaube, dass nicht wirklich viele diese Grunddistanz zu schätzen wissen.
Ursula: Ich bin zutiefst entsetzt über diese Umstände. Haben Sie schon irgendwelche Sachen geplant, um ihre allgemeine Unzufriedenheit zu vermindern?
Müller: Nein
Ursula: Oh. Da fehlen mir die Worte.
Müller: grml
Ursula: Ich bedanke mich für ihr Engagement welches uns durch das gesamte Interview begleitet hat. Und vielleicht haben wir den ein oder anderen Leser auf ihre Missestände aufmerksam gemacht.
Müller: Gern geschehen. Tschüss!
Ursula: Auf wiedersehen!

Und mit diesen Worten verabschiedete sich unsere Praktikantin Ursula van dén Hasen – von den zutiefst betrübten Herrn Hans-Joseph Müller, welcher nun wieder jeden zweiten Tag, um 2 uhr früh, durch die Straßen zieht um Milch auszuteilen.

Wenn Sie ihn helfen wollen, können Sie das gern tun. Wenden Sie sich einfach an uns und wir vermitteln sie dann mit ihm.
(E-Mail: cultdudes@gmx.net)

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